Diplom

  • by Yurika
  • Juli 5th, 2013

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Die Faszination der Künstlerin Yurika Tahara für den Werkstoff Ton nimmt selbstverständlich auch in ihrer Diplomarbeit eine zentrale Rolle ein. Es ist nicht  nur die Substanz des Tons, sondern auch seine Rolle für die Entwicklung der Menschheit, mit der sich die Künstlerin befasst. Bereits im Jahr 24.000 v. Chr. fertigten die Menschen Figuren mit Ton. Umso interessanter ist es, dass bestimmte ebenfalls Jahrtausende alte Techniken der Tonverarbeitung in der zeitgenössischen Keramik angewendet werden.

Diese Verbindung der Tradition und Moderne zeigt Yurika Tahara in Form einer einfachen Vase. Als Teil einer konzeptuellen mehrteiligen Arbeit wurde die Vase in der seit dem 8.Jahrhundert v. Chr. verwendeten Wulsttechnik hergestellt. Die Spuren der Aufbau sind nicht geglättet. Der Arbeitsprozess demonstriert sich hier zum Ziel und Endergebnis.

Für Yurika Tahara symbolisiert diese Vase das Leben selbst. Als Gefäß- so die Künstlerin- weise diese auf die elementare Grundbedürfnisse wie Essen und Trinken hin, wodurch auch eine Verbindung zu den Vier, dem Leben zugrundeliegenden Elementen entstehe, die wiederum das Zustandekommen der Keramik bestimmen.

Auf einem Podest, zusammen mit Ton- und Porzellanwerken platziert die Künstlerin darüber hinaus im Rahmen ihrer Diplomarbeit einen Computer als Sinnbild der äußerst jungen Technologie, die für die Menschheit unentbehrlich, beinahe lebensnotwendig geworden ist. Der Kontrast der Anwendungsgebiete dieser Objekte, ihre visuelle Diskrepanz sowie eine beinahe fremdartige Jugendhaftigkeit des digitalen Mediums im Vergleich zum Urstoff Ton fließen doch irgendwo auf den Entwicklungsweg der Menschheitsgeschichte zusammen.

©Tinatin Ghughunishvili-Brück M.A.

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